Sicilia GeschichteSicilia ist eine der geschichtsträchtigsten Inseln Europas.

Wie es kommt so kommt’s
Sizilien ist ein heißes, lautes und etwas vermülltes Land voller natürlicher Schönheit. Berge und Meer sorgen für ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild. Auf den Straßen herrscht Wildwest und Fußgänger haben auch bei Grün wenig Chancen unbeschadet über die Straße zu kommen. Schöne Häuser wechseln ab mit absoluten Hauskatastrophen. Die Sizilianer sind aber ein sehr fotogenes Völkchen und lassen sich auch gern fotografieren.

Griechische Geschichte in Agrigento Agrigento wird vor allem vom Tal der Tempel beherrscht. Das Tal ist eigentlich ein Hohes Land, denn es liegt oben über der Stadt. Im 6. Jahrhundert vor Christus kamen die Griechen als Siedler hier her und versuchten ihr Lebensglück zu finden. Die Tyranis setzte sich als Herrschaftsform durch und es begann eine kulturelle Blüte. Aus Muschelkalkstein entstanden beeindruckende Bauwerke. Die klassische dorische Architektur zeigte hier ihr kostbarstes Antlitz. Der Hera-Tempel und der Concordia-Tempel sind Glanzpunkte der griechischen Kultur auf Sizilien. Etwa 20 Tempelanlagen entstanden in relativ kurzer Bauzeit. Leider kamen die Karthager und zerstörten alles recht gründlich.

Der polnische Künstler Igor MitorajEin polnischer Künstler hat überlebensgroße Figuren aus Metall geschaffen und diese zwischen den Tempeln platziert. Immer wieder sind das Blickfänge und die Fotografen bemühen sich das Gegenlicht auszutricksen. Gesichter und Torso glänzen mit der Sonne um die Wette. Immer wieder lässt sich an den Figuren Neues und Außergewöhnliches finden. Besonders die Ikarus Figur hat es den Fotografinnen angetan.


Piazza Armerina
Nun sind wir in der Römischen Kaiserzeit angekommen. Die Villa Romana del Casale wie sie auch genannt wird ist eigentlich eine große Baustelle. Überdachte Reste der alten Geschichte sind an einigen Stellen noch schön zu sehen. Eingerahmt vom üblichen Touristennep ist es ein kleines Stückchen wahre Geschichte. Die Erklärung, dass es ein antikes Motel gewesen sein könnte, fand ich am einleuchtendsten. Ob es eine Kaiservilla war, ist fast auszuschließen. Aber der Bauherr musste über das nötige Kleingeld verfügt haben. Große Räume wie Thermen und Speisesaal werden ergänzt von vielen Einzelzimmern.

Die Normannen haben es zerstört und die Natur begraben. Die Mosaikfarben sind noch leicht erhalten und Herkules glänzt noch in der Sonne. Ein langer Jagdfries zeigt viel vom römischen Jagdverständnis und die Bikini-Damen zeigen, dass es schon im alten Rom einen Fitnesswahn gab. Die bis zu einen Zentimeter großen Steine zeugen von einer hohen Handwerkskunst und einer Ikea Mentalität in der Antike, hergestellt in Nordafrika und zusammengesetzt am Villenort.
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