Der Tag großer Schlachten





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Der Tag großer Schlachten

Der Tag großer Schlachten in der Normandie und die Erinnerung an sie.


Der Tag großer Schlachten Freitag, 24. Oktober 2008

Bayeux.

Die Stadt, die durch einen Teppich zu einem Touristenmagnet wurde. Das Wort ist eigentlich etwas irreführend und hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass man in alten Zeiten die kostbaren Gebilde eher an die Wand hängte und erst viel später auf den Boden legte. Es ist ein 70 Meter langes und 50 Zentimeter breites Leinenband, auf dem die Ereignisse vor, während und nach der Schlacht bei Hastings (1066) sauber mit Wollfäden gestickt sind. Mit Audioguide laufen wir die beleuchtete Vitrine in dem sonst abgedunkelten Raum entlang. Die Erklärungen der einzelnen Ereignisse, die auf den Bildern zu sehen sind, laufen in einem Tempo ab, das für Touristenströme geeignet ist, für längeres Verweilen kaum. So machen wir aus der Not eine Tugend und hören uns alles zweimal an, wir haben Zeit und sind die einzige Gruppe im Museum.
Und das passiert in etwa: Wilhelm ,der später den Beinamen der Eroberer bekommt, behauptet, vom kinderlosen englischen König Edward dem Bekenner das Versprechen bekommen zu haben, sein Nachfolger zu werden. Aufgrund dieser nebulösen Angelegenheit leitet er das Recht auf einen Eroberungskrieg her, als angelsächsische Adlige ihren eigenen Favoriten auf den Thron setzen. Bei der Schlacht von Hastings gelingt ihm das Einmalige. Er besiegt seine Gegner und wird König von England. Damit löst er das angelsächsische Regime ab und ersetzt es durch das französisch- normannische.
Wir laufen noch durch ein paar Straßen von Bayeux, das Wetter verschlechtert sich wieder mehr und mir fällt noch ein, dass in Notre- Dame de Bayeux vor einem halben Jahrtausend ein Bischof residiert hat, der den Vorsitz beim Gerichtsverfahren gegen die Jungfrau von Orleans hatte. Er hieß Pierre Cauchon. Aber davon mehr in Rouen.

Anstehen
Angriff
Andenken
Neue Eroberer
Alte Eroberer
Wilhelm der Eroberer

D-Day

In strömenden Regen fahren wir zu Orten, die ebenfalls durch Schlachten in das historische Gedächtnis eingegangen sind. Die Landungsstrände der Alliierten im II. Weltkrieg.
Irgendwo steigt Ann- Marie in den Bus, die uns eine kompetente Führung bietet und gleich hinterher eine Entschuldigung für ihre schlechte deutsche Grammatik. Dafür braucht sie wirklich keine Entschuldigung, die beherrschen nicht mal alle die, für die deutsch die Muttersprache ist. Die Strände erstrecken sich in 120 km Breite, wir befinden uns auf einem Stück, an dem die Amerikaner landeten. Bei unserem ersten Halt regnet es in Strömen. Der 6. Juli 1944 soll auch so ein mieses Wetter gehabt haben. Ich entschließe mich nicht auszusteigen, so „hautnah“ will ich das nicht erleben. Außerdem streikt die Technik im Bus und ich verstehe unsere Begleiterin hinten nicht besonders gut. Bei unserem 2. Halt regnet es immer noch. Qualität –widerlicher feiner Niesel. Das Gelände, auf dem unser Bus steht, besteht aus kurz geschorenen Rasenhügeln, zwischen denen sich Betonbunker erheben, die mit ihren abgerundeten Ecken und ihrer flechtenüberkrusteten Oberfläche jegliche Gefährlichkeit eingebüßt haben. Mittendrin einige unverdrossene einsame Gestalten, die über die gewundenen Wege wandern.

Ann Marie
Bunker
Verteidigung
Aufmerksam
Im Regen
6.Juni 1944
Landung in der Normandie
6.Juni 1944

Omaha Beach

Beim dritten Mal halten wir bei dem amerikanischen Memorial. Es hat aufgehört zu regnen und sogar die Sonne wagt sich ein bisschen hervor. Die Anlage liegt oberhalb des Strandes und man hat eine wunderbare Aussicht auf das Meer. Man betritt die Anlage über ein Rondell, an das sich ein mit Säulen umrahmter Platz anschließt, in dessen Mitte eine überlebensgroße Plastik eines unbekleideten Mannes schwebt. Die Figur windet sich gen Himmel und soll die Seelen der Gefallenen verkörpern. Zur vollen Stunde erklingt ein dröhnendes Glockenspiel. Und dann liegen vor uns die Wiesenflächen mit den unzähligen weißen Marmorkreuzen, unterbrochen durch einige Davidssterne. Man kann Namen, Rang, und aus welchem der amerikanischen Staaten sie stammen, nachlesen. Ann- Marie führt uns zu den Kreuzen der Brüder Nyland, deren Geschichte Ausgangspunkt für den Spielbergfilm „Der Soldat James Rayn“ geworden ist. und auch das Grab von Brigadegeneral Roosevelt, dem Sohn von Theodor Roosevelt, liegt in der Nähe, hier sind die Inschriften in Gold. Unterwegs erzählt uns Anne, dass sich einige übereifrige Nachgeborene darüber aufregen, warum man nicht auch die Strände zu Gedenkstätten umgewandelt hätte. Die Veteranen, mit denen sie gesprochen hat, sähen das anders. Man habe dafür gekämpft, dass wieder Normalität herrsche. Das fand ich sehr beeindruckend.

Angriffsplan
Memorial
Omaha Beach
Friedhof
Omaha Beach
Soldat James Ryan
Robert J. Nyland
Soldat James Ryan
Blick auf den Strand
Sohn des amerikanischen Präsidenten
Brigadegenaral Theodore Roosevelt
Sohn des amerikanischen Präsidenten

Soldatenfriedhof Combe

Wir fahren weiter und machen ein letztes Mal halt. Es gibt auch einen deutschen Soldatenfriedhof. Er ist eine parkähnliche Anlage. Unter großen alten Bäumen stehen in Fünfergruppen schwarze Steinkreuze. Sie wirken gedrungen martialisch und erinnern etwas an das Eiserne Kreuz. Vor ihnen sind in den Boden eingelassen die Tafeln.
Menschen sind schon eine eigenartige Spezies. Nachdem sie sich gegenseitig abschlachten, finden sie immer einen neuen ästhetischen Ausdruck der bedauernden Ehrung für die Opfer. Seien es die grotesk zerstückelten Körper der Ritter bei der Schlacht von Hastings, liebevoll gestickt, oder die feierlich aufgereihten Kreuze auf gepflegten Rasenflächen.

Deutscher Soldatenfriedhof
Combe
Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Die Rose war rot
Friedensarbeit
Gedenken

Muschelessen in Honfleur

Wir fahren Honfleur entgegen, wo wir in einer Art Bungalowhotel für zwei Nächte wohnen werden. Wir haben gerade noch Zeit unsere Koffer abzuwerfen, weil wir in der Stadt essen. Muscheln. Diese Tatsache hat einige Menschen aus dem Binnenland bewogen das Ersatzessen zu bestellen. In dem Restaurant „Katze und Fische“ sitzen wir an verschiedenen unterschiedlichen Tischen in kleinen Runden. Und das Wunder der Tischordnung tritt ein. Jeder kann jeden verstehen.


Calvados
Nachdenken
Katze und Fisch
Der Wirt
Gute Laune
Miesmuscheln
Muschelessen
Miesmuscheln


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