Elbe WeserDer 1. Teil vom Nordseeküsten-Radweg führt von Hamburg über Cuxhaven bis Bremerhaven.
28.6.2010 Hamburg Jork 29,55 KM SonneDer erste Tag ist geschafft, natürlich mit einer kleinen Panne und einem großen Streit. Die Panne war schnell behoben, der Streitpunkt 50 Kilometer oder mehr, den werden wohl erst die ersten Tage beenden. Hamburg war mit der Deutschen Bahn bald erreicht, unser erstes Ziel war ein Cafe an der Binnenalster. Ansonsten ging es hektisch zu, erst mit der Fähre nach Finkenwerder wurde es ruhiger und beschaulicher. Schon wenige Kilometer nach Hamburg begann das Alte Land mit seinen kleinen Obsthöfen voller Kirschen. Die Strecke war bis auf einige Deichüberquerungen sanft und flach. An St. Pauli und Airbus vorbei ging es immer Richtung Küste. Ausschilderung und Fahrbahnuntergrund lassen in Hamburg stark zu wünschen übrig.

29.6.2010 Jork Wassermühle 72.25 KM Sonne GegenwindEin Tag voller Sonne, wenn da nicht 72,25 Km zusammen gekommen wären. Wir haben sie geschafft, aber jeden Tag lässt sich so eine Ochsentour nicht machen. Der Nordsee-Küstenradweg ist zwar noch von der Küste weit weg, aber ab und zu war wenigstens die Elbe zu sehen. Das Maritime fiel aber nicht nur bei der Sprache auf. Echte Seebären waren noch Mangelware. Die Strecke war recht durchwachsen, der Belag sehr unterschiedlich. Die Ausschilderung an vielen Stellen unübersichtlich und ohne Karte nicht fahrbar. Das Nordseeküsten-Radschild hängt an vielen Wegweisern nur so als Anhängsel dran. Leider geben die Hinweisschilder nicht immer den nötigen Wissenszuwachs. Auch Fragen an Einheimische helfen nicht weiter, da viele diesen Radweg gar nicht kennen. Touristischer Höhepunkt auf diesem Abschnitt stellt die Hansestadt Stade dar. Die Innenstadt überrascht an vielen Stellen mit sehenswerten Häusern, Gassen und auch Durchblicken. Das nahe Atomkraftwerk wirkt wie eine noch unentdeckte Attraktion im Kampf um die Aufmerksamkeit von Touristen. Unbedingt nutzen sollten die Radfahrer die Schwebefähre in Osten, eine wahrlich beeindruckende Sehenswürdigkeit.

30.6. 2010 Cuxhaven 58,25 KM Sonne GegenwindWir haben die Nordsee und damit Cuxhaven erreicht. Der Weg hierhin wurde aber immer länger, nicht nur weil wieder mal die Ausschilderung eine Katastrophe war, auch der Wind wurde von Kilometer zu Kilometer stärker. Der Weg wird kein leichter werden bis Amsterdam, das wurde auch Michaela heute klar. Nach dem Deutschen Olymp wurde die Landschaft immer flacher, der Belag immer besser. Die kleinen Anhängeschilder wurden immer bunter und eine Orientierung im Fahren immer schlechter. Der Ostseeküsten-Radweg ist dagegen vorbildlich. Cuxhaven hat Flair auf der Fischmeile, an der Alten Liebe und an der Kugelbacke. Essen muss man natürlich Fisch.

Baden in der Nordsee bei Cuxhaven ist leider etwas für Weitläufer und Flachbader. Selbst bei Flut geht das Wasser nur bis an die Knie und Schwimmen ist völlig unmöglich. Die Wasserqualität soll ja in Ordnung sein, aber der optische Eindruck ist ein anderer. Tote Tiere gemischt mit Algen und Wasser so klar wie Moderpampe. Der Strand ist schön geteilt in FKK und ohne FKK, aber halten hält sich keiner dran.

2.7. 2010 Bremerhaven 66 KM Sonne GegenwindDie Fahrt nach Bremerhaven führte immer in der Nähe der Nordsee im Schatten des Deiches lang. Der Deich schützte aber nicht wirklich vor dem Gegenwind, auch der Belag war selten Asphalt. Richtig schlimm wurde die Durchfahrt durch Bremerhaven. Diese Stadt ist ein nicht enden wollender Hafen mit einem neuen futuristischen Stadtzentrum. Geprägt wird die Stadt von vielen alten und neuen Schiffen aus den verschiedensten Bereichen. Besichtigen sollte man wenigstens eine Schiff. Radfahrer mit Fernreisziel sind einige unterwegs. Die Fähre über die Weser brachte uns sicher wieder nach Niedersachsen.
|