Amsterdam GrachtenDie Grachten von Amsterdam sind eine Hauptsehenswürdigkeit.
Die Grachtenfahrt gehört zum touristischem Standardangebot wahrscheinlich für alle Touristen dieser Welt. Die Abfahrtsstellen sind rund um das Zentrum verteilt. Um die 8 Euro kostet eine Fahrt um die Stadtmitte. Erklärt wird in vier Sprachen und man erhält einen guten ersten Eindruck von der Vielfalt der Wasserwege von Amsterdam. Viele Fotomotive ergeben sich durch den ständigen Wechsel der Perspektive. Auch ein kurzer Ausflug aufs Meer gehört dazu. In einer Stunde ist alles vorbei.

Die berühmtesten Grachten sind wohl die Keizers, die Heren- und die Prinsengracht. Alle drei und auch die kleineren Grachten wie z.B.: die Reguliergracht, die Rozengracht sind alle sehenswert. Sie stehen alle voller schmucker und ansehenswerter Häuser. Jedes Haus spiegelt hier Geschichte wieder. In der Bauform ähneln sie sich irgendwie doch alle, entweder haben sie einen Renaissanceeinschlag oder sind barock angehaucht. Die Fensterfronten sind enorm und jedes Haus hat einen Lastenbalken. Die Eingangstüren für die Reicheren haben Treppen, für das Dienstpersonal ist der ebenerdige Eingang vorgesehen.

Alle Häuser sind sehr schmal und nach hinten tief gebaut, half Steuern sparen. Nur wenige konnten sich eine breite Fassade leisten. Das Ensemble wird nur selten von modernen Häusern gestört. Der Wasserweg an sich ist auch heute noch was es früher schon war, einen Wasserstraße. Touristen werden im Dreivierteltakt durch die Grachten geschippert, Ausflugsschiffe mit zwei oder mehr Personen kreuzen die Wege. Hausboote sind hier überall vorhanden . Manche haben sogar einen Briefkasten, denn sie sind legal. Den schmalen Landstreifen teilen sich Fußgänger, Radfahrer und parkende Autos.

Der Jordaan schließt sich nahtlos an das Grachtenviertel an. Die Prinsengracht zeigt hier ihre ganze Schönheit. Biegt man ab eine der Nebenstraßen oder eine quer verlaufende Gracht, so wird das Leben ruhiger, gelassener und einfach friedlich. Die Häuser sind nicht mehr so prachtvoll wie an den Grachten, aber voller Geheimnisse. Ab und zu lüftet sich so ein Geheimnis, wenn sich eine offene Tür findet. Kleine Hofjes strahlen eine Insel der Ruhe aus. Auf den Straßen im Jordaan finden sich überall kleine Bänke, auf die man sich setzen kann und den Liedern von Jonny Jordan lauschen kann.

Frühmorgens sollte man kommen, um noch relativ ungestört das berühmte Haus in der Prinsengracht 263 entdecken zu können. Schon bald nach 9.00 Uhr stellt sich die ganze Welt hier an. Der Anblick und das Geläut der Westerkerk erinnern schon an das Tagebuch der Anne Frank. Im Vorderhaus wird man eingestimmt bevor es dann durch die berühmte verdeckte Tür ins Hinterhaus geht. Viele Einzelheiten sind schon aus dem Film, aus dem PC und aus dem Tagebuch selber bekannt.
Doch es selber zu erleben, zu erspüren, das ist doch etwas ganz anderes. Das Hinterhaus ist komplett leer, nur die Wände erzählen vom Martyrium der Anne Frank samt ihrer Miteingeschlossenen. Hier die deutsche Sprache benutzen zu müssen, tut weh. Wie müssen sich die Eingeschlossenen an jenem 4. August 1944 gefühlt haben, als sie genau diese Sprache hören mussten. Von der nahen Westerkerk hat man nicht nur einen Einblick in die Hinderhaus-Welt der Anne Frank, man schaut auf die Schönheit von Amsterdam .
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