Leipzig liestLeipzig liest ist seit vielen Jahren eine hevorragende Ergänzung zur Buchmesse.
17.3.2010 Tag des Anfangs Leipzig liest Die schönste Zeit des Jahres hat begonnen
Nun endlich hat das Warten ein Ende. Die Buchmesse hat begonnen, obwohl sie noch gar nicht offen ist. Es ist Mittwoch Abend und Leipzig liest hat begonnen.
Selbstverständlich ab es schon was zum Erleben. Und was. Gleich der Anfang war ein Knaller. Eine Buchlesung war es gar nicht gewesen, eher eine Diskussion über Befindlichkeiten. Die Evangelische Verlagsanstalt hatte zur Buchvorstellung „ Wie schmeckte der Osten“ , herausgegeben von Joachim Klose eingeladen. Peter Ensikat, Freya Klier und Altbischof Axel Noack erörterten die oben aufgeworfene Frage. aber ein ungeladener Gastredner übernahm gleich das Zepter. Eine Tochter von Oskar Brüsewitz wetterte gegen Freya Klier und wurde richtig dramatisch. „Er hat sch für euch verbrannt“, war ihre Botschaft. leider kam es zu keinem Dialog, es war ein sehr diktatorischer Monolog. Die Tochter aus erster Ehe Renate Brüsewitz- Fecht forderte ein Umdenken, nur in welche Richtung blieb ungeklärt. In der anschließenden Talkrunde wurde nicht mehr ganz so emotionsgeladen diskutiert, aber die Frage der Erinnerungskultur doch ausreichend beleuchtet. Ein stimmungsvoller Auftakt, ganz nach meinem Geschmack.

19.3.2010 Das Schockerlebnis Andreas Franz Leipzig liestWie sieht ein Krimiautor aus, so könnte man den Spannungsbogen eröffnen, ganz normal n ur etwas zu viel in schwarz gekleidet, aber ansonsten sieht er aus, wie ein normaler Mann, der sogar verheiratet ist.
Was wird er lesen, wäre die nächste Frage, natürlich den Anfang seines neusten Buches „Eisige Nähe“ So ganz normal, wie das Leben so ist, wird das ganz normal Verbrechen dargestellt und es passiert schon , dass man sich in den Hauptheld hinein versetzt. So weit so gut. Irgendwann hörte er auf zu lesen und er fing an zu erzählen, was er besser kann. Immer mehr hing man(n) und Frau an seine Lippen und konnte und wollte nicht glauben, was man so zu hören bekommt. Wahnsinn, was so alles in dieser Republik geschieht. Wenn da nur die Hälfte von wahr ist, sieht es schlecht aus mit der beschaulichen Ruhe in Deutschland.
Der Leseort das Stadtbad von Leipzig ist ein sehr interessanter Ort und die Zuhörerschar hörte nicht auf hinein zu strömen. Eine orientalische Saunalandschaft bildete den Rahmen für die zweistündige Krimi-Lesung, die von Lehmanns Buchhandlung organisiert worden ist.

20.3.2010 Leipzig liest rumänischDie Alternative hieß Johann Lippert und ist ebenfalls Rumäniendeutscher mit einer ähnlichen Geschichte wie Herta Müller. In der „Runden Ecke“ war es ein passendes Ambiente zu seinem Buch „ Leben einer Akte“. Die Securitate befasste sich mit ihn und seinen literarischen Freunden, die ebenso wie Herta Müller das Thema Deportation/ Verbringung bearbeiteten. Sie endeten wie Herta Müller auch im Exil. Obwohl die Geschichte ähnlich war, wäre ich doch lieber zu Herta Müller gegangen. Vielleicht im nächsten Jahr.
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