MemlebenMemleben ist ein Ort, an dem frühe mittelalterliche Geschichte besonders erlebbar ist.
Kirchenbau aus dem 10. JahrhundertVom Benediktiner-Kloster, das im 10. Jahrhundert gegründet wurde, blieb nur die Ruine erhalten. Nach dem Magdeburger Dom war es das bedeutendste und größte Kirchenbauwerk im Elbe-Harz-Raum. 936 starb Heinrich I. in Memleben, 973 Otto I., dessen Sohn Otto II. das Kloster gründete. Reste der Kirche des 10. Jahrhunderts wurden 1959 südwestlich davon ergraben und gesichert, sie war 82 Meter lang und 39,5 Meter breit. In der Mitte lag das Langhaus mit einem etwa 10,5 Meter breiten Mittelschiff und zwei halb so breiten Seitenschiffen.

Kirchenbau aus dem 13. JahrhundertDie heute zu den eindrucksvollen Ruinen zählende Kirche ist indes ein Neubau aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Nach einem Blitzschlag brannte 1722 der Bau aus und verfiel danach. Die spätromanische Klosterkirche war eine kreuzförmige Pfeilerbasilika mit einem Zweiturmbau im Westen. Sie besaß nur auf der Ostseite ein Querhaus, wie bei der ottonischen Kirche mit zwei Nebenapsiden, und einen Chor mit einbezogener Apsis- alle drei Apsiden waren von polygonal gebrochener Form- sowie eine Chorkrypta. Vom Mittelschiff sind die Wände bis zur Sohlbankhöhe der ehemaligen Fenster erhalten.

Krypta des 13. JahrhundertsSie ist der einzige Raum der Kirche, der noch ganz erhalten ist. Ebenso wie die Naumburger Domkrypta gehört sie zu den letzten echten Chorkrypten. Man betritt zunächst einen fensterlosen, querrechteckigen Vorraum. Drei gerade in die Ostwand eingeschnittene Rundbogenöffnungen führen in den Hauptraum, der eine dreischiffige Halle von drei Jochen ist. Ihre Kreuzgratgewölbe ruhen auf zwei Reihen von je vier schlanken Säulen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Kapitelle. Hier begegnet man korinthisierenden Formen wie auch Motiven aus der Pflanzen- und Vogelwelt.
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