Der Saale-Radweg an der Oberen Saale ist nicht für Genussradler geeignet.





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Obere Saale Saale Radweg

Der Saale-Radweg an der Oberen Saale ist nicht für Genussradler geeignet.


Von Zell bis Rudolphstein

Der 54 Kilometer lange Abschnitt des Saale- Radweges in Franken hatte alles zu bieten, was eine Radwanderung attraktiv, aber auch anstrengend macht. Flache Abschnitte wechselten mit kurzen heftigen und langen stetig steigenden Bergen. Rasante Talfahrten mit bis zu 40 Kmh wechselten mit langsames Berghochschieben. 545 Meter Höhe müssen erst mal bewältigt werden. Der Radweg wurde den örtlichen Gegebenheiten angepasst, das heißt es gibt zwar eine durchgängige sehr gute Beschilderung, aber ein flüssiges Fahren wird durch die unterschiedlichen Beläge verhindert. Stellenweise ist der Radweg entweder durch schottrigen Untergrund, durch unvorhersehbare Richtungswechsel oder das Überqueren der Hauptverkehrsstraße gefährlich. Auf dem Abschnitt begegneten uns auch nur wenige Radfahrer. Ausflugsgaststätten gab es wenige, nur Hof bietet eine ausreichende Gaststättenauswahl an.

RastAn der GrenzeAuf dem Saale-Radweg unterwegsSaaleBerge ohne EndeFranken

Rudolphstein -Burgk Nur für Sportradler

3.9.2011 45 Kilometer heiß
Nichts für Genussradler, so könnte die Zusammenfassung für diesen Abschnitt des Saale-Radweges lauten. Es war eine einzige Kraftanstrengung nötig, um diese 45 Kilometer zu bewältigen. Es gab gleich mehrere Herausforderungen, an erster Stelle stehen natürlich die ständigen Anstiege. 8 % bis 16 % gefühlte 20 und mehr waren auch dabei. Es gab die kurzen knackigen genauso wie die kilometerlang sich hinziehenden. Immer ran der Schweiß in Strömen und Schieben gehörte an diesem Tag zur normalen Fortbewegung. Selbst das Schieben war so anstrengend, das kleine Unterbrechungen manchmal aller hundert Meter nötig waren. Es half nur alle fünf Kilometer eine Pause einzulegen. Michaela hat tapfer durchgehalten. An zweiter Stelle wäre etwas zum Radwegbelag zu sagen. Es gab kommunistische Abschnitte auf dem Saale-Radweg (bestens ausgebaut und mit Asphalt versehen) und es gab die Abschnitte, die noch aus der Steinzeit stammen (natur belassen und mit Schotter versehen). Negativer Höhepunkt war ein asphaltiertes Stück entlang der Bleiloch-Talsperre, welches mit Regenquerrinnen versehen worden ist. Eine absolute Unfallgefahr und Gift für die Technik.

Saale als ehemaliger GrenzflussAnstrengendAn der Oberen Saale unterwegsNahe Bad LobensteinBleiloch-TalsperreGeschafft
Die Wegführung des Saale- Radweges hat sich in den letzten Jahren auf diesem Abschnitt im Vergleich zur Esterbauer- Karte von 2001 verändert. Einige Abschnitte verlaufen nun nicht mehr auf befahrenen Autostraßen. Die Saale selbst ist bei Rudolphstein noch ein malerisches Flüsschen wird aber bald durch die Bleiloch-Talsperre zu einem breiten Lindwurm. Das Wasser sah sehr grünlich aus und an vielen Stellen doch einige Meter unter dem scheinbaren Durchschnitt der See-Höhe geblieben. An vielen Stellen gibt es touristische Anlagen und selbst Baden scheint möglich zu sein. Höhepunkt und Schlusspunkt dieser Tour auf dem Saale-Radweg war das Dörfchen Burgk gewesen. Natürlich auf einem Berg gelegen, ist das Schloss Burgk eine Augenweide. Schön restauriert konnte man sich die Burg von außen ansehen, leider ist schon am Wochenende ab 17.00 Uhr geschlossen. Im Dorf sollte man auch bis 17.00 Uhr angekommen sein, denn danach sieht es mit Abendbrot und Übernachtung schlecht aus. Die zwei sehr schönen Gaststätten haben geschlossen. Das reiche Dorf hat sich aber noch was ganz Besonderes geleistet, einen eigenen Aussichtsturm und der ist von der Spitzenklasse. Nahe einem gigantischen Parkplatz auf der Höhe gelegen, lässt er phantastische Rundumblicke zu. Hier haben sich die Dorfoberen ein Denkmal der besonderen Art geleistet.

HöhenprofilAussichtsturm in BurkBesucherinSchloss BurgkThüringenFreude

Ferienland Crispendorf

Ja, es gibt es noch das Ferienlager Crispendorf, heute Ferienland Crispendorf. Neu ist der Name alt ist das Gelände. In den 30 Jahren nach 1981 wurde hie wenig investiert, der DDR Charme kommt an allen Ecken und Kanten zum Vorschein. Die Sanitärgebäude, die Essenausgabe, die Pioniereisenbahn, selbst der Appellplatz mit Fahnenhalter sind noch vorhanden. Selbstverständlich gibt es noch den legendären Sportplatz, nur die 55 Großraumzelte fehlen. Die Fläche wird heute von vielen kleinen Zelten genutzt. Wir waren gerade zu einem Black Medal Festival angereist. Die Eisenbahn fährt sogar noch und der Speiseraum scheint die nächste Disco zu erwarten. Am KDL gab es einige wenige Hinweise auf die alte Geschichte, doch der Zufall wollte es, wir trafen Leute, die im Wismut Ferienlager gewesen sind oder es kannten. Die Welt ist ein Dorf. Heute gibt es eine kleine Kneipe und eine Pension im Bettenhaus 2.

Hier war Disco-ZeitFahnenappellFerienlagerFerienlandPioniereisenbahnSpeiseraum

Thüringer Bergwelt

4.9.2011 Burgk Saalfeld 62 KM sehr heiß
Der Saale-Radweg ist selten ein Radweg und häufig schwierig zu befahren. Der Radtourist braucht viel Ausdauer, Willen und Wasser. Ständig geht es wieder berghoch und bergab. Die Abfahrten sind rasant und schon mal fünf Kilometer lang ( Reitzengeschwenda zur Hohenwarthe- Talsperre). die Aufstiege fast ebenso lang und fast immer müssen sie geschoben werden ( 3 Kilometer Saale- Fähre Altenbeuthen oder noch schlimmer Aufstieg Ziegenrück Paasko). Plant man jedoch seine Etappe großzügig, macht alle fünf Kilometer eine Pause von 15 Minuten, so ist das alles schaffbar. Und wenn es wirklich nicht mehr geht, dann wechselt der müde und geschaffte Radfahren einfach auf die Bundesstraße, denn die geht meist im Tal und führt schneller ans Ziel als das mühsame Hoch und Runter des Radweges (kurz vor Saalfeld).

Ständiges Auf und AbGute AusschilderungSaaleViele WälderBei ZiegenrückBis 12 %
Ärgerlich ist weiterhin, dass es selten wirkliche Radwege gibt, Ausnahme Walsburg- Ziegenrück. Meist muss man sich die Straße mit wild fahrenden Bikern und Autofahrern teilen. An den Stauseen gibt es sehr viele Touristen und damit auch sehr gute Einkehrmöglichkeiten. Selbst Baden ist möglich. Ein besonders hervor hebenswertes Beispiel ist die sehr gastfreundliche Linkenmühle an der einzigen Autofähre Thüringens. Sehr gutes Essen und ein sehr guter Service. Selbst unsere leeren Trinkflaschen konnten wir kostenfrei direkt am Zapfhahn füllen. Respekt. Sehenswert waren die Aussichten auf den Hohenwarte- Stausee. Die Saale wird in ein mäanderförmiges Bett umgeben von dichten Wäldern gezwungen. Einzige Stadt am Radweg war auf diesem Abschnitt Saalfeld. Diese Stadt hat sich schön heraus geputzt. Bei einem kleinen Stadtspaziergang fanden sich einige sehr sehenswerte Gebäude.

AutofähreLinkenmühleDie Idylle trügtAm Ende der BergeRathaus SaalfeldSaalfelder Saalstraße

Angenehmes Fahren

5.9. 2011 Saalfeld -Dornburg 73 Kilometer bewölkt Schauer
Saalfeld entließ uns auf den Saale-Radweg mit einem kleinen Naturschauspiel. Auf der Saale hing ein mystischer Nebel. Kurz nach Saalfeld wurden wir auch von einer freundlichen hilfsbereiten Fahrradstation überrascht. Ab nun sollte es nicht mehr so bergig voran gehen, so der Bikeline und das stimmte auch, aber ganz ohne Anstiege ging es auch nicht. Es waren einige Kleine dabei, die wir schon bezwingen wollten und auch konnten. Es waren aber auch einmal 10 % und zum Schluss noch mal 15 % zu befahren. Von Fahren kann da aber keine Rede sein, diese müssen geschoben werden. Mit Windunterstützung ging es zügig voran und die thüringischen Städte Rudolstadt, Kahla und Jena wurden schnell erreicht. Rudolstadt und Jena laden schon mal zu einem Besuch ein. Rund um den jeweiligen Marktplatz lässt es sich gut ausruhen.

Nebel Bike und Boot Camp SaalfeldRudolstadtJenaFlache AbschnitteRegen
Der Höhepunkt der Reise wurde aber der Besuch von Dornburg und seinen drei Schlössern. Vor dem Erfolg haben die Götter die Anstrengung mit viel Schweiß gesetzt. 1,3 Kilometer war die Pension LieSa in der Ernst Thälmann-Straße 5 entfernt. Die Autos fuhren mit kreischendem Motor an uns vorbei und wir quälten uns Meter für Meter nach oben. Bake für Bake wurde herbei gesehnt und jede 100 Meter, welches das Navi bis zum Erreichen des Ziels anzeigte, laut als Motivierung in den Berg gerufen. Selbst diese 15 % waren irgendwann zu Ende und eine sehr nette Pensionswirtin und ein sehr schönes (58 Euro) Zimmer war unsere Belohnung für diese Anstrengung. Die drei Dornburger Schlösser samt schönen Gärten waren dann die zweite Belohnung. Alle drei in unterschiedlichen Kunstepochen Gotik, Renaissance und Rokoko gebaut, sind schmuck anzusehen.

1,3 Kilometer nach obenPension LieSa in DornburgBlick ins Saale-TalGeschafftRokoko Schloss Schön

Austrudeln

6.9.2011 Dornburg Naumburg 30 Kilometer sonnig
Dieser kurze Teil des Saale- Radweges nach Naumburg rundet unsere Saale-Fahrt ab. Relativ flach mit einigen Anstiegen versehen, kamen wir schnell in Naumburg an. In Bad Kösen darf man noch mal wählen zwischen der Genussradler Variante entlang von Weingütern an der Saale oder der sportlichen Variante entlang der Burg Saaleck und Rudelsburg. Das mag jeder entscheiden, wie er Lust hat. Wir kennen beide Varianten. Der Anblick der Weinberge hat schon etwas Erhabenes. Der Belag wurde in den letzten Jahren doch erheblich verbessert und die Ausschilderung führt ans richtige Ziel. Der Museums Gutshof Sonnekalb in Kleinheringen lädt zu einer Besichtigung alter Technik aber auch zu einem Schluck neuen Wein ein. Naumburg sollte man auf gar keinen Fall links liegen lassen , auch wenn die Saale ein wenig wo anders fließt. Die Stadt hat sich nicht nur wegen der Landesausstellung heraus geputzt, auch so macht sie schon was her. Schön restaurierte Häuser wechseln sich ab mit Baudenkmälern der Extra-Klasse wie der romanische Dom und das Renaissance Schlösschen am Markt.

Gemächliche FahrtWeinbergeMuseumshofgut Sonnekalb KleinheringenLandesausstellungAegidien-Kapelle in NaumburgDom


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