RügenRügen ist auch bei Regen eine sehr schöne Insel
Gundolf war 1980 schon einmal mit dem Fahrrad auf Rügen unterwegs und besuchte eine Theatervorstellung in Ralswiek. Natürlich mussten wir auch dieses Mal zu den Störtbecker- Festspielen fahren. Da die Vorstellungen nur am Abend sind, mussten wir einen anderen fahrbaren Untersatz als unsere Räder nehmen. Zweimal die Woche fährt ein Theaterbus nach Ralswiek und nach der Vorstellung wieder zurück nach Stralsund. Leider wird dieser Service kaum angenommen. Reiseunternehmen haben sich spezialisiert, die Besucher nach Ralswiek zu bringen. Auf diesen Ansturm ist das kleine Örtchen bestens vorbereitet. Gastronomie ist ausreichend vorhanden. Vom Imbiss bis zum Hotel ist alles da. Das Motto über allem lautet Störti ist für alle da: Störti- Bier, Störti- T-Shirt, Störti- Bar…
Lange Tradition Schon zu DDR Zeiten gab es hier Festspiele. Die Naturbühne Im Hintergrund der Kleine Jasmunder Bodden 
Klaus Störtebecker FestspieleAußerdem gab es das preiswerte Regencaps für 2 Euro, welches wir leider ignorierten. Der Himmel sah bedrohlich aus, aber der tägliche Regenschauer war schon vorbei, so dachten wir. Leider regnete es trotzdem. Störtebecker ist die nordische Ausgabe der sächsischen Karl Stülpner oder des englischen Robin Hood. In der DDR-Zeit wurden durch Kurt Barthel (Kuba) die ersten Massenspektakel der DDR inszeniert. Heute ist Lippi der Touristenmagnet, der als Barde auftrat. Doch auch der Bühnenaufbau und die Bühnentechnik sind grandios. Action, Liebe und Intrigen durchzogen das Spiel, es endete schon wie 1980 mit einer gigantischen Feuershow über den Kleinen Jasmunder Bodden.
Warten Auf den Beginn und den Regen Klaus Störtebecker von heute

Von Schaprode zum Kap ArkonaZu Beginn unserer Reise war die Insel Rügen nicht unbedingt Reiseziel gewesen, aber spontan entschlossen wir uns, nicht nach Stralsund zurück zu fahren sondern mit der Fähre von Hiddensee nach Rügen überzusetzen. Wir bangten noch um die Unterkunft, per Handy fanden wir noch eine nette Familie in Altenkirchen, die uns Unterkunft gewährte. Auf der Insel ist es sehr schwer für Radfahrer für ein oder zwei Nächte ein Bett zu finden, denn es lohnt sich für die Vermieter nicht, das Bettzeug nach nur einer Nacht schon wieder wechseln zu müssen. So freuten wir uns umso mehr. Das schlechte Wetter blieb uns treu und wir legten einen Ruhetag ein. So radelten wir mal ohne Gepäck den nördlichen Teil von Wittow ab. Unser erstes Ziel war Kap Arkona, immer an der Steilküste entlang, die von Sanddornsträuchern malerisch eingerahmt wurden. Die orangenen Früchte mussten als Fotomotiv herhalten.
Unterkunft in Altenkirchen
Der Seehvogel von Matzi Müller 
Das Wetter verschlimmerte sich weiter, Windböen machten uns das Radeln schwer, obwohl es bergab in das Fischerdörfchen ging. Zuerst besuchten wir die kleine runde Kapelle. In dieser Zeit hatte der Wind eines unserer Fahrräder umgeworfen und wir hatten den ersten Totalschaden am Spiegel. In Vitt kehrten wir zunächst in einer kleinen gemütlichen Fischerkneipe ein und tranken einen heißen Sanddornsaft, bei diesem Schei..wetter nur zu empfehlen. Dank des hohen Vitamin C Gehaltes wurden wir während der gesamten Reise auch nicht krank. Danach stand ein Dorfrundgang an, das Dörfchen ist schnell durchschritten bis hin zum Hafen. Hier gibt es tatsächlich noch Fischer.

Von Altenkirchen nach PutbusEndlich hatte der Regen aufgehört und unsere nächste Etappe konnte beginnen. Das erste Ziel war die Stubbenkammer. Man kann die Kreidefelsen nicht mehr so einfach besichtigen, ein Zaun grenzt das Gebiet ein, da sich dort der Nationalpark befindet. Die Preise sind schon heftig, aber wenn man alle Attraktionen besichtigt, wie das Museum, lohnt es sich schon. Aber dazu braucht man auch Zeit (ca. 2 Stunde), die wir nicht hatten. So besuchten wir nur den Kreidefelsen, den schon Caspar David Friedrich malte. Danach ging es in rasender Talfahrt Richtung Süden. Sassnitz ließen wir links liegen, kurzer Fotostopp aber an der Fähre nach Litauen Mukran. Hier werden wir irgendwann einmal zu einem neuen Abenteuer starten bzw. das alte von 2005 vollenden.
Dann ging es nach Prora, bekannt als KDF- und NVA- Ort. Das Museum überzeugte durch vielfältige Exponate aus DDR-Zeit, seien es Motorräder, NVA-Ausrüstungen oder Alltagsgegenstände aus 40 Jahren DDR. Weitere Informationen ( siehe hier
Anschließend ruhten wir uns in einem Imbiss am Radweg, der im DDR-Stil eingerichtet war, aus. Erich Honecker grüßte von der Wand, das Essen musste an der Ausgabe abgeholt werden. Aber es schmeckte gut.

Von Putbus zur Glewitzer FähreAnsonsten schreiben wir wenige Zeilen über schlechte Radwege und lassen uns über die Qualität aus. Der nun folgende Radweg toppte alles bis dahin dagewesene. Nicht einmal die Radwege in Polen und Litauen waren so schrecklich wie dieser. Es ging mit einem Plattenweg los, da half auch Gelsattel, nichts minderte die ständigen Stöße. Dann hörte der Radweg völlig auf, es begann eine Übungsstrecke für Traktoren bei Regen. Dieser wurde auch voll genutzt. Einsam stand das Wegzeichen für Radwege. Die Räder mussten geschoben werden, nach ca. 10 Metern die Bremsen gesäubert werden. Wir steckten nicht nur knöcheltief im Schlamm sondern manchmal sogar knietief. Erfreut waren wir, als endlich wieder fahrbare Straße zu sehen war und radelten zur Fähre. Rügen ade.
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