Die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn ist ein Erlebnis.





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Transsibirische Eisenbahn

Die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn ist ein Erlebnis.


Moskau ein besonderer Anfang einer besonderen Reise 3.9.2018

Nun hat sie also begonnen, meine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn. Günter Schmidt ist nun mein Reisebegleiter für vier Wochen und viele Tausend Bahn- und Flugkilometer. Ein Europa und ein Lateinamerika Reisender werden in unterwegs sein. Sehr unterschiedlich sind unsere Ansichten in Punkto Reisen, mal sehen wie wir das Abenteuer Russland überstehen werden. Das gleiche Hotel und sogar einen gemeinsamen Besuchstag in Moskau haben wir schon überstanden.
Nun aber zu Moskau.
Moskau ist einfach eine sehr große Stadt mit vielen verschiedenen Facetten. Immer und überall gäbe es was anzuschauen. Moskau besteht nicht nur aus Rotem Platz und Kreml.
Beim Kennenlernen von Moskau hat uns wieder der Reiseführer Yuri geholfen. Ein Moskauer, der seine Stadt wie aus dem FF kennt. So zeigte er als erstes ein kleines Lebensmittelgeschäft. Schon beim Betreten viel mir ja die Kinnlade herunter, was für eine Pracht . Nicht nur die Auslagen auch der gesamte Innenraum waren sehr prunkvoll. So stellte ich mir Moskau vor. Reich und mondän.
Unser kleines Besuchsprogramm führte uns auf den Prominentenfriedhof am Neujungfrauenkloster.
Mit Yuris Hilfe fanden wir die Gräber vieler russischer und sowjetischer Prominenter. Beeindruckend die Vielfalt der Grabmäler. Nicht unbedingt prunkvoll, aber immer irgendwie individuell gestaltet. Schon das Betrachten der Steine ließ die Geschichten erahnen. Yuris Wissen erschuf dann immer die Geschichte des Menschen . Raissa Gorbatschowa, Boris Yelzin und Dimitri Schostakowitsch sind nur drei Beispiele für die Vielzahl der hier liegenden Persönlichkeiten.
Mit einem gemieteten Auto kamen wir auch sehr schnell zu unseren zwei nächsten Ziele. Ein Zwischenstopp auf den Sperlingsbergen zu Füßen der Lomonossow Universität zeigte uns die Ausmaße der Stadt Moskau. Überall gab es was zu entdecken, das Olympia Stadion fiel natürlich als erstes auf. Touristischen Schabernack gab es auch hier zu bewundern.
Unser erster Höhepunkt auf unserer Transsib Reise war dann der Besuch in der Moscow City. Einige sehr hohe Wolkenkratzer zeigten ein weiteres Bild von dieser Metropole. Das Impera befuhren wir bis zum 56 Stockwerk. Eine Aussichtsplattform zeigte uns das sommerliche Moskau.
Selbst der Kreml war klein und nichtig.
Moskau zu Fuß zu erleben ist auch was Schönes und bringt immer wieder neue Ansichten der russischen Hauptstadt hervor. Eine Fußgängerzone glänzte mit einem Pflanzentunnel. Durch Menschenmassen haben wir uns nicht abschrecken lassen. Selbst im GUM war noch Platz für uns gewesen. Ein schöner Anfang.

In Russland angekommen.Das GUMMoscow CityDas OlympiastadionMoskau für TouristenNie allein in Moskau.

Es geht los. Moskau Krasnojarsk 3.-6.9.2018

66 Stunden
13.10 Uhr begann unsere Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Ohne einen Pfiff ging es einfach los. Am überraschendsten war die Tatsache, dass niemand unsere Fahrkarten sehen wollte. Der Pass reichte aus. Eigentlich alles unspektakulär. Warten auf den Zug, einsteigen, Sachen auspacken, Bett beziehen und Toilette suchen. Ein erster Besuch beim Samowar war schon das aufregendste in den ersten zwei Stunden gewesen. Unsere unmittelbaren Bettnachbarn sind nett und hilfsbereit. Erste Lektion, wie steige ich in mein Bett richtig ein. Beim zweiten Mal klappte das immer noch nicht reibungslos. Verwundert bin ich über die Sachlichkeit in dem Großraumwaggon und der Ruhe in den ersten drei Stunden. Sind ja nur noch 63 Stunden bis zum ersten Ziel. Mein Reich im Oberstübchen ist eingeräumt. Lesen, lesen nochmals lesen wird wohl mein Programm für die nächsten Tage werden.
Nun sind es schon sieben Stunden Eisenbahnfahrt. Ich weiß gar nicht, wenn ich das letzte Mal so viele Stunden auf Schienen unterwegs gewesen bin. Der Zug wurde schon mal erkundet.Den Samowar für heißes Wasser gibt es tatsächlich, zwei Toiletten werden wohl für 52 Reisende ausreichend sein müssen und eine Dusche gibt es natürlich nicht. Das Fenster lässt sich öffnen und der Speisewagen ist drei Wagen entfernt. Es gibt Bier und eine ausführliche Speisekarte mit Saftrak Frühstück und Spezialitäten wie z.B. Butterbrot. Dummerweise haben wir Brot und Wurst eingekauft, so muss der Speisewagen noch ein wenig warten.Nur ein Bier und eine Cola wurden trotzdem gezischt. Und es gibt tatsächlich nach was zu kaufen auf den Bahnsteigen. Unsere erste Pause von 26 Minuten wurde tatsächlich genutzt, um etwas zu kaufen. Einige wenige Lebensmitte, aber viel Tinef wie Armbänder und eine Riesenvase.
Die Stimmung im Umfeld ist gut, niemand macht Krach, selbst der Zug rattert leise vor sich hin.
Die erste Nacht steht bevor.
Es ist 3.42 Uhr. Das sagt schon viel aus. Bis 2.00 Uhr schleppte sich die Nacht so dahin. An Schlafen war immer nur phasenweise zu denken. Aber es ging irgendwie, doch dann schlug die russische Wirklichkeit zu. Unsere schöne Kasanerin, die aus Weißrussland schon zwei Tage unterwegs gewesen war, stieg leider aus und das Unheil begann. Zwei sehr resolute russische Frauen sorgten erst mal für Stimmung. Die gesamte Umgebung wurde in Trab gehalten. Irgendwann war Ruhe an der weiblichen Front. Jetzt wurde gefrühstückt. Doch das war ja völlig harmlos im Vergleich zum einzigen Schnarcher im gesamten Waggon. Dumm nur, der liegt neben mir. Ohrstöpsel nicht dabei, Klopapier dachte nicht daran zu helfen und Musik auf den Ohren half nur bei sehr lauter Musik. Russische Musik half ein wenig im Wettkampf mit russischem Schnarchbär. Das Beruhigende an der Sache , ich habe immer noch 52 Stunden um mich auszuschlafen. Also kein Stress.
Auch die längste Nacht in der Transsibirischen Eisenbahn geht einmal zu Ende. Mehr schlecht als recht habe ich geschlafen. Jammern hilft nicht, wir haben es ja so gewollt. Platzkartny wollten wir fahren, also fahren wir mit 50 an deren Reisenden im offenen Abteil durch Russland. Jeder hat trotzdem sein kleines Privatreich und wer hier keinen neuen Freunde findet, ist selber Schuld. Abends Fremde, morgens Freunde. Wann kann ich schon behaupten mit so vielen Frauen in einem Raum geschlafen zu haben. Wenn da nicht der russische Bär gewesen wäre. Günter hat natürlich ein unschlagbares Privileg, er schläft unten, das heißt er kann auf seinem Platz sitzen und auch Gäste empfangen. Kaum habe ich ihn mal allein gelassen, hat es sich schon Nadeshda aus Irkutsk eingefangen. So ist das in der Transsibirischen Eisenbahn.
Auf in den zweiten Tag. Nur noch 48 Stunden.
Wo kann man nach dem Frühstück wieder ins Bett gehen, na klar, in der Transsibirischen Eisenbahn. Und so schlummerte ich ein Stündchen trotz Brummattacken des russischen Schnarchbärs. Aber ich hatte einen Termin, mein erstes Frühstück im Speisewagen wartete auf mich. Für 700 Rubel (9 Euro) verputzte ich ein großes Spiegelei samt Naturkaffee und doppeletem Pfirsichsaft.Auch lernte ich ein deutsches und ein russisches Frühstück kennen. Deutsch Kaffee und Spiegelei, russisch ein Baltika 7 ein Starkbier. Zum Schluss bekam ich noch das Du von Sveta angeboten. Also wenn es irgendwo leicht ist, Frauen kennen zu lernen, dann hier und jetzt in der Eisenbahn. Ganz nebenbei stellte sich heraus, mein Frühstück war auf einmal ein Mittagessen geworden, denn wir hatten die erste Zeitzone + Zwei Stunden überschritten. So schnell kann eine Fahrt nur in der Transsibirischen Eisenbahn vonstatten gehen.
Leider ging es sehr unerfreulich weiter. Irgendetwas habe ich mir zu gezogen. Alles will wieder raus, bzw. es will nix rein. Erst wollte ich das Klo der Platzkartny gar nicht nutzen und dann sass ich im Minutentakt drauf. An Bilder machen, war gar nicht zu denken. Das Wort Speisewagen wurde verbannt aus meinem Wortschatz.
Ansonsten ist das Leben am zweiten Tag in der 3. Klasse ganz unspektakulär verlaufen. Keine Durak Spieler, keine Saufgelage und auch keine deutsch russische Verbrüderung. Die Sauberkeit in den Wagen ist überdurchschnittlich gut, auch der der Klos. Seit unser Schnarchbär ausgestiegen ist, herrscht im Wagen Nr. 17 eine himmlische Ruhe.
Der dritte Tag beginnt mit viel Schlaf und einem Mittagessen aus Soljanka und Fruchtsaft bestehend. Bis jetzt geht es mir ausgesprochen gut. Erstmals konnte ich eine Stunde lang die Landschaft betrachten. Birken, Birken und nochmals Birken ist das Ergebnis meiner Besichtigung. Unterbrochen immer wieder von Sumpflandschaft mit viel Wasser und ab und zu fliegt auch ein Dörfchen vorbei.

Nur mit Pass geht es in den Zug.Ab und zu gab es was zu kaufen.Speisewagen vorhandenUnser kleines ReichSchaffner unter sich.So sieht es aus in Sibirien.

Mega Baustellenstadt Krasnojarsk 6.9.2018

Vorweg mal ein Beispiel für Vorurteile. Alle aber auch alle haben uns von diesem Hotel abgeraten, es wäre ein ganz schlechtes Hotel. Doch es war alles andere als schlecht. Eingecheckt haben wir früh um 7 , wo kann ich das in Deutschland, ein drittes kostenloses Frühstück gab es dazu, die Zimmer groß hell und sauber. Dusche und Klo, super in Ordnung. Unser Hotel heißt Kolos und liegt am Zentralmarkt.
Ja von dieser Stadt habe ich bis zum heutigen Tag nur gewusst, dass sie in Sibirien und am Jenissei liegt. Um 6.39 Uhr begann unsere Entdeckungstour durch diese sibirische Metropole. Dank einer absolut freundlichen Begleitung durch das Gymnasium Nr. 6 wurde das ein erster schöner Tag in Sibirien. Voller Begeisterung für ihre Stadt zeigten sie uns die schönsten Seiten der Stadt und erfüllten auch unsere Wünsche. Aufgefallen ist mir aber von Anfang an die Mega Bautätigkeit. Das in den Hauptstraßen gebaut wird, ist ja noch verständlich, aber an allen möglichen und unmöglichen Ecken der Stadt wurde geklotzt. Das waren alles keine Schönheitsoperationen sondern hier wird richtig erneuert. Grund des Baubooms ist die Universiade 2019. Diese Stadt hat jeden Besucher verdient, denn sie geben sich unendlich viel Mühe. Ich hoffe, es kommt nicht wieder so ein Politiker auf eine dumme Embargoidee. Es würde auf jeden Fall den Falschen treffen.
Was mir noch aufgefallen ist Krasnojarsk ist eine geschichtsbewußte Stadt. Alle Zeichen der älteren und neueren Geschichte sind noch vorhanden. Ob nun der 2. Weltkrieg, die Dekabristen oder der Afghanistan-Krieg Anlass waren. Ob die patriotische Wende unbedingt nötig war, müssen die Russen selber beurteilen. Alle Denkmäler glänzen im Sommerlicht und werden sogar von Schülern bewacht.
Das Gymnasium Nr. 6 haben wir auch noch kennen lernen dürfen. Es ist eine deutschsprachige Schule mit äußerst gut motivierten Schülern und Lehrern. Die Schule machte einen sehr einladenden Eindruck und das Klassenzimmer machte auf uns den Eindruck, hier wird im 21. Jahrhundert gelernt. Gern standen wir für eine kleine Talkrunde zur Verfügung. Selbst die Polizei wollte ein Selfie von uns.Es war ein toller Besuch an einem tollen Tag. Danke Kransnojarsk.
Спасибо, Красноярск. Это был прекрасный визит в великий день.

Unser erstes Hotel KrasnojarskPatriotismusGeschichte liveSo soll es sein.Ein Selfie mit der Polizei.

Auf der Suche nach Sibirien 7.9.2018

Ja, was ist Sibirien, Winter, Gulag und depressive Menschen, so das Klischee der Deutschen.
Und wohnen kann man natürlich freiwillig hier nicht.
Unsere heutige Expedition entwickelte sich Dank Sergej Alexandrowitisch und Jelena zu einer wahren Umkehr der Klischees. Das wahre Sibirien kann man aber nur im Winter erfahren. Und was machen wir im Frühherbst. Wir fahren in die Natur. Immer am Jenessej entlang erspürten wir zwei Deutschen mit jedem Kilometer mehr die Reize von Sibirien. Schon von der ersten Aussichtsplattform Zar Ryba oberhalb des Jenessej gelegen, sahen wir ein sagenhaft schönes Sibirien voller echter Zaubersternchen. So fließt der Jenessej majestätisch vor malerischen Bergen. Zugegeben den blauen Himmel wird es wohl nicht geben. Und immer spielt sibirische Geschichte oder Literatur eine Rolle. Das geschriebene Wort von Victor Astafjew wird an dieser Stelle von einem riesigen Stör überragt. Die sibirische (russische Seele) öffnet sich ein wenig.
In der Ortschaft Diwniogorsk (schöne Stadt) erlebten wir die Ruhe und Gelassenheit der Sibiriaken im normalen Leben. Enten werden gefüttert, Straßen gebaut und das Leben gemeistert.
Unser Abschlussbesuch galt dem Staudamm am Jenessej. Ein schon gewaltiges Bauwerk und heute ökologisch wohl besser als ein Kohlekraftwerk. Das war schon eine besondere Leistung, so ein Riesenbauwerk zu errichten. Der Jenessej fließt in einer ziemlich rasanten Geschwindigkeit dem Nordmeer entgegen.
Was ist nun Sibirien?
Die grundgütigen Menschen, die freiheitsliebenden Kühe, die endlosen Wälder, der unendlich blaue Fluss und die immer höher werdenden Berge. Die Megabauwut gehört für mich auch dazu. Den blauen Himmel gab es heute gratis dazu.

Überall wird gearbeitet.Am JenessejSchönes LandEin Mega KraftwerkSchmidteinanderIn Sibirien

Schock Transsib 8.9.2018

So nun kommt schon der zweite Teil unserer Fahrt durch Sibirien. Von Krasnojarsk nach Irkutsk sind es nur 1100 Kilometer oder 16 Stunden Bahnfahrt. Schon recht wenig, lohnt sich das Auspacken gar nicht so richtig. Die Anfahrt zum Hotel haben wir mit dem Taxi unternommen, statt die 2,4 Kilometer zu laufen. Selbst Günter ist brav mitgefahren. Und das Ganze für 140 Rubel 1.80 Euro.
Der Bahnhofsvorplatz war wieder ein ganz schöner gewesen. Springbrunnen und auch ein Lenin Bild durfte nicht fehlen.
Dieses Mal fuhren wir tatsächlich mit einem Zug ,der von Moskau nach Wladiwostok durchfährt. Zug Nr.: 2.
Auch hier ist eine Fahrkarte überflüssig, Hauptsache die Namen tauchen in einem Minicomputer der Wagenverantwortlichen auf. Unsere war dieses Mal eine echte Matrone, wohlgenährt, sehr nett und geschäftstüchtig. Kaum gesessen hatte sie mir schon einen Tasse für 700 Rubel verkauft, die auf dem Bahnhof vielleicht 100 gekostet hätte. Aber was solls.
Oh Schock, das ist unser Abteil, keiner schläft oben. Alles in blauem Samt gehalten mit geheimen Fächern. Alles sehr praktisch und gastfreundlich eingerichtet. Die Gute Deschurnaja konnte sogar englisch, so dass sie den Schockzustand immer noch ein bisschen weiter aufrecht erhielt. Selbst Günter staunte immer wieder Bauklötze. Kleinigkeiten, die aber eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn zu einer angenehmen Fahrt werden lassen. Ich liebe es so. Unser Plan, alles auszuprobieren, funktioniert. Natürlich lernen wir so keine russischen Schnarchbären und hübsche Kasanerinnen kennen. Aber wir können ja nicht alles haben. Die Sonne scheint immer noch in Sibirien und auch in meinem Herzen macht sich die Sonne breit.
Drei Stunden später scheint die Sonne immer noch . Endlich habe ich mal Zeit und Gelegenheit Sibirien näher zu betrachten. Bäume sind klar in der Überzahl, Menschen sind eher selten zu sehen. Die Eisenbahn schiebt sich kontinuierlich nach Osten , ein leichtes Vibrieren ist natürlich auch in der ersten Klasse zu verspüren. In der ersten Klasse konzentriert man sich mehr auf sich und die Landschaft, die draußen vorbei zieht. Birken, Birken und nochmals Birken. Russland ist Birkenland. So bald die Waldkante etwas Blick frei gibt , wandert das Auge zum endlosen Horizont.
Vom Rest des Zuges bekommen wir absolut nichts mit. Und der Höhepunkt, 19.00 Uhr dürfen wir in den Speisewagen. Das Essen ist inklusive in der ersten Klasse. Schockzustand, halte an.
Nicht alles ist gut, die Babuschkas wurden tatsächlich von den Bahnsteigen verbannt. Sie machten doch auch den Reiz der Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn aus. Einfach verboten. Doch die Russen sind halt Russen, so wird eben neben dem Bahnsteig verkauft. Nicht viele Babuschkas gibt es noch, aber einige Standhafte verkaufen Blaubeeren, Tomaten und natürlich eingelegte Gurken. Sibirische Gurken sind eine absolute Delikatesse. Da werde ich immer wieder schwach.
Noch ein kleiner erste Klasse Schock wartete auf uns. Wir bekamen gratis ein Abend Menü serviert. Nicht viel , aber schmackhaft, Äpfel, Wurst und Beuff Stroganof.
Zum Schluss noch ein paar Worte, mit welcher Klasse sollte man mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren. Am besten mit allen dreien, Klasse 1 und Platzkartny haben alle Vor- und Nachteile. Findet sie selber heraus. Ein Abenteuer ist aber die Fahrt nicht mehr, aber ein Erlebnis. Ach so, besser geschlafen habe ich in der 3. Klasse.

Schock TranssibTolle BahnhöfeWeites LandEssen kaufen Nette BekanntschaftenHerbst

Auf der Suche nach der russischen Seele in Irkutsk 10.9.2018

Kann man sie denn finden, wenn man sie sucht?
In Irkutsk waren wir schon dicht dran. Ich glaube die Geschichte der Dekabristen ist so ein Moment, da kann ein Deutscher ein wenig von der russischen Seele verstehen. Ganz weit zurück in das Jahr 1825. Offiziere haben in Sankt Petersburg den Aufstand probiert und sind gescheitert, wurden natürlich bestraft. Einige wurden gehängt und andere kamen nach Sibirien. Und hier beginnt die russische Seelengeschichte. Nicht nur , dass die Männer verbannt worden sind, die Frauen und Kinder natürlich nicht. Wie eine liebende Frau so ist, reist sie hinterher im offenen Schlitten bei -30 Grad Celsius. In Irkutsk durften sie nach dem Arbeitslager sich ein neues Leben aufbauen. Tolle Holzhäuser entstanden und eine Kulturinsel in der Eiswüste Sibiriens wurde geboren. Die Ausstattung ist sehr sehenswert.
Noch heute gibt es Nachfahren der Dekabristen in Irkutsk.
Auch andere Dinge zeigten uns Olga aus Irkutsk. Es gibt viele schöne Ecken in Irkutsk , so das Viertel 130, neue auf alt gemachte Holzhäuser und das Haus Europa, ein Meisterbeispiel für sibirische Architektur.

Auf den Spuren der DekabristenIn IrkutskDie Frauen waren die Helden.Ein Europa-Haus in Asien.Neue StadtAlte Geschichte

Die neurussische Seele am Baikalsee 13.9.2018

Willst du die russische Seele ergründen, musst du natürlich an den Baikalsee, dachte sich auch Günter und so fuhren wir die 60 Kilometer Richtung Listwjanka. In einer Fahrt in der die deutsche Seele vollkommen durch gerüttelt und in aberwitzig rasanter Fahrt ausgetrieben worden ist.
Nun Baikalsee zeige auch Günter deine schöne Seiten. Oh Schreck , es regnet in Strömen. Halt Sibirien.
Die neurussische Seele erkennt der deutsche Tourist auch an einem guten Standard der Hotels. Unser Hotel Mayak in Listwjanka sieht von außen und von innen nicht schlecht aus. Wir erfreuen uns an diesem schönen Ambiente.
Der Weg an den Baikalsee ist natürlich nicht weit. Einfach die Füße vors Hotel gesetzt und schon hörten wir das Schlagen der Wellen . Immer und überall gibt es was zu kaufen. Auf dem Markt gibt es noch wenige Stände mit Omul. Hier ist mehr die Touristenseele zu Hause. Geht man ein paar Hundert Meter weiter und klettert auf einen nahe Berg ist man schon mittendrin in der Hellen Taiga. Und schwuppdiwupp ist die russische Seele ganz nahe in Form von Birkenblätter, denn die gehören tatsächlich zu Russland wie zu Deutschland das Bier.
Bei einem Spaziergang auch mal abseits der Hauptstraße merkte ich schon recht bald, die neurussische Seele will auch was abhaben vom Touristenkuchen. Überall, aber wirklich überall entstanden und entstehen Unterkünfte für Touristen. Klein und fein, bis groß und protzig, ob sie alle funktionieren und die neurussische Geldseele befriedigen werden, steht wohl auch noch nicht fest. Schön ist aber, dass es schon eine touristische Infrastruktur gibt. Restaurants aller Preisklassen und auch so Luxusangebote wie Massagen sind schon vorhanden. Mit ein bisschen Fragen fand ich sogar meine russische Masseuse Marina. Bei dem Regenwetter von heute ein durchaus schönes Angebot.
Auch bei Sonnenschein bemerkte ich ständig den Wechsel der alten zu den neuen Häusern. Leider ist die neurussische Seele ur auf Neubau festgelegt, das Wort Rekonstruktion wurde gestrichen. So entstehen zwar laufend sicherlich gute Unterkünfte und Restaurants, aber das altrussische Flair von Listwjanka wird irgendwann verschwunden sein. Was bleibt dann noch von der Schönheit des Ortes?
Was bleibt ist die Schönheit des Baikalsees, auch in den beginnenden Herbstfarben leuchtet es auf dem Wasser wie ein Lichtgewitter.
Auch bleibt wohl noch eine wenig der berühmte Omul. Das ist ein kleiner Fisch mit großem Geschmack. Gestern gönnten wir uns diesen Gaumenschmaus. Gekocht, kalt geräuchert und natürlich warm geräuchert, eine wahre Delikatesse.
Ein großes Dankeschön an Burchan und ein Wodka-Opfer für den Baikalsee.

Am BaikalseeOmul essenListwjanka altListwjanka neuUnser Hotel MayakTouristen aus dem Osten und Westen

Transsib die Dritte 14.09.2018

Nun geht die Reise so richtig los. Irkutsk verlassen wir mit neunzig Minuten Verspätung. Herr Putins Manöver war wohl schuld. Günter hat aus lauter Ärger gleich noch eine Tasse mit dem Konterfei des russischen Präsidenten gekauft. Aber wir können uns trösten, der vorhergehende Zug nach Wladiwostok hat 510 Minuten auf sich warten lassen. Der Wartesaal war gerammelt voll, aber es gab keinen Stressfaktor. Alle harrten mit russischer Gelassenheit aus. Was macht ein deutscher Tourist, er liest Oschatzer Allgemeine Zeitung. Erst auf dem Bahnsteig und dann fährt sie sogar mit nach Ulan Ude unserem heutigen Zielort. Rund um den Baikalsee geht es in die Hauptstadt Burjatiens. Nun hat Asien doch irgendwie angefangen. Die Mitfahrer sehen schon etwas anders aus, sind aber genauso höflich und freundlich wie der Rest von Russland, bisher gewesen ist. Übrigens fahren wir wieder dritte Klasse. Das heißt 50 andere Fahrgäste sind mit an Bord. Draußen zieht noch Sibirien an uns vorbei. Wasser, Wald und auch Dörfer gibt es hier zu sehen. Der Baikalsee kommt erst wieder nach 200 Kilometer.
Sapar unser erster Burjate wurde unser erstes Fotoopfer. Wir sortierten die Himmelsrichtungen deutsch und russisch und merkten , dass wir erst mal nach Westen fuhren statt nach Süden. Das ist der Tatsache geschuldet, dass die alte Baikalbahn im Stausee der Angara verschwunden ist und eine Umgehungsstrecke gebaut worden ist. So windet sich die Transsibirische Eisenbahn immer weiter dem Baikalsee entgegen. Weitgeschwungene Hügel wechseln sich ab mit herbstfarbenen Wäldern. Alles wird beleuchtet von einer alles beleuchtenden Sonne. Sie gibt ihr Bestes, damit wir den Lake Baical noch einmal in seiner ganzen Schönheit bewundern können. Die hohen Berge samt ihrer Schneemütze sind schon ein erstaunlicher Anblick. Wow, kommt es immer wieder aus dem Munde von Günter. „So eine Landschaft hätte ich hier nicht erwartet,“so Günter in seiner Ergriffenheit.
In Ulan Ude angekommen bekamen wir vom Taxifahrer erst mal eine Geschichtsstunde verpasst. Hitler Stalin kaputt. Aber ein netter Kerl. Ein ganz anderer Kerl steht mit seinem Kopf übermannsgroß auf dem zentralen Platz von Ulan Ude. Die abgeschlagenen Köpfe der Feinde wurden früher so zur Schau gestellt. Jeder erkennt ihn trotzdem.


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