Im Westen von Irland ist es einsam und schön.





Navigation




Werbung




Rumänien




Radwege




Polen




Seminar




Deutschland




Benutzerdefinierte Suche

Westirland

Im Westen von Irland ist es einsam und schön.


Romantisch, wild und neblig Westirland Sonnabend, 17.10.

Wir dürfen ein bisschen länger schlafen und fahren gegen Viertel nach Acht los. In der Nähe des Hotels liegt ein Friedhof, den ich gestern im Dunkeln nicht gesehen habe. Das ist schon das dritte Mal. Es ist doch nicht zu hoffen, dass zwischen Hotel und letzter Ruhstätte ein kausaler Zusammenhang besteht? Eine lange Strecke steht uns bevor, von Castlebar nach Tralee ( sprich Trolie)
Es ist neblig, die richtige Witterung, bei der die Frage nach den Feen und Gnomen gestellt werden kann, die im heutigen Irland immer noch sehr viel Realität besitzen. Wegen der Fairys und den Leprechauns sollen noch immer Straßenführungen umgeplant worden sein, weil man ihre Treffs nicht stören will. Jutta erzählt kleine Geschichten, von denen die mit dem Topf voll Gold am Ende des Regenbogens die wohl bekannteste ist. Allerdings ist sie mehr an sozialen Fragen interessiert und erzählt uns von den Vertreibungen der Menschen durch die Grundbesitzer bzw. deren Verwalter, von denen Captain Boykott der bekannteste geworden ist, Seine Methoden führten zur Arbeitsniederlegungen im großen Ausmaß, so dass er die Ernte nicht einbringen konnte. Von diesem Ereignis leitet sich das Wort „boykottieren“ ab, das seitdem in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen ist. Viele berühmte Namen bzw. deren Besitzer haben irische Wurzeln, die Kennedys, die Fitzgerald...nach dem Motto „Die Hälfte der Welt ist irisch und die andere Hälfte möchte es gern sein“. In dem Zusammenhang bekommen wir eine Prise Sprachgeschichte verpasst: „fitz“ heißt „Sohn von“ und weist auf normannische Abstammung hin, O` ist keltisch, Mac schottisch und bedeutet jeweils das gleiche, Murphy ist der häufigste Name.
Der Nebel wird immer dicker und ich sehe n i c h t den großartigen Golfplatz, und auch der zweitgrößte Binnensee entgeht mir. Und dann habe ich auch keine Lust mehr das Schlosshotel für die Schönen und Reichen zu bestaunen.

Christine GrünbergConnemaraWestirland

Burren

Weiter geht es durch eine karge Landschaft. Wenige Dörfer und einzelne Gehöfte und die dazu gehörenden Schafe, die auch ab und zu mal die Straße als ihr eigenes Terrain betrachten und es für selbstverständlich erachten, dass die Zweibeiner ihnen den Vortritt lassen. Aus dem Fenster bietet sich der typische Irlandblick mit den von Steinmauern abgegrenzten Feldern, auf denen zur Abwechslung auch mal Pferde stehen, die berühmten Connemara – Ponys, die vom Pony wohl mehr deren Genügsamkeit und nicht die Statur haben, sie sind genauso groß wie andere Pferderassen. Das ist also Connemara –wild , rau und schön. In das Grün mischen sich, wenn es bergig wird, auch mehr Brauntöne. Es wirkt archaisch und unberührt, kein Wunder, dass diese Landschaft Rückzugsgebiet für verschiedene Rebellen war. Einsame Täler wechseln sich mit Seen ab – ein Eldorado für Angler und Wanderer. Wir sind leider Busfahrer.
Als wir uns Galway nähern, kommt die Sonne hervor. Wir streifen diese Stadt nur, aber interessanterweise hat hier die Lynchjustiz ihren Anfang genommen. James Lynch, der Bürgermeister, hängte 1493 seinen eigenen Sohn auf, weil dieser gemordet hatte. Sie beherbergt auch ein College, in dem man sein Examen auch in gälische Sprache ablegen kann. In manchen Teilen dieser Landschaft wird nur gälisch gesprochen und die Schilder verzichten auf Zweisprachigkeit. Es scheint auch „Shannonland“ zu sein, denn Jutta erzählt uns von landwirtschaftlichen Gepflogenheiten, die sie kennen gelernt hat, als sie auf dem Hof ihres Schwiegervaters gearbeitet hat, der von der Kälberaufzucht lebt.

AtlantikBurrenPalmen

Moher

Unser nächster Halt liegt mitten in der „Tundra“. Wir sehen uns einen kleinen Teil der Burren an, ein Karstgebiet. Die Erosion und das Meer haben aus dem grauen Sandstein eine zerklüftete Fläche gestaltet, durchzogen von tiefen Furchen, in den sich eine sparsame Vegetation breit gemacht hat. Wir stolpern an das Ufer und sehen zu, wie das Meer seine Arbeit unaufhörlich weiter führt.
Bei unserem nächsten Halt bekommen wir das noch mal, allerdings in wesentlich gigantischeren Ausmaß vor Augen geführt. Wir sind zu den Cliffs of Moher gelangt. Eine große, auf Tourismus angelegte Anlage mit bequemen, gepflasterten Wegen muss überwunden werden, eher man die Klippen der 8 km langen Steilküste sehen und natürlich fotografieren kann. Damit werden zwar Unglücksfälle weitestgehend eingeschränkt, die Unmittelbarkeit des Erlebnisses allerdings auch. Ich spähe über die Absperrungen und sehe die 130 bis 223 m hohen Klippen als dunkle Klötze in die See ragen, denn der Himmel hat sich schon wieder verdüstert.
Das war das letzte Highlight dieses Tage und unser Bus strebt unserer nächsten Herberge in Tralee entgegen, wobei er noch den längsten Fluss Irlands, den Shannon, mittels Fähre überwinden muss.
Das Hotel liegt mitten in der Stadt und wirkt mit seinem dunklen Ambiente gemütlich, unser Zimmer allerdings nicht. Da wir bisher mit unseren Unterkünften zufrieden waren, ist das eine Enttäuschung. Wir wollen nicht zwei Nächte in einem Zimmer schlafen, in dem man sich durch eine Aufbettung nicht rühren kann und nur eine Lampe funktionstüchtig ist. Wir bekommen ein anderes, schlafen lange nicht ein, denn unter uns tönt Barmusik, aber irgendwann fordert die Natur ihr Recht.

NaturCliffs of MoherTouristen aus aller Welt

The Ring of Kerry Sonntag, 18. 10.

Kerry kannte ich bisher nur von „Kerrygold“, einer streichfähigen Butter aus Irland, die allerdings beim letzten Warentest nicht sehr gut abgeschnitten hat. Dass der Ring of Kerry eines der meist befahrenen Touristenstrecke ist, wusste ich nicht, im Oktober war das allerdings nicht so. Sonst wäre es so voll, dass die Busse nur in einer Richtung die Straße auf der Halbinsel befahren können, sagt zumindest der Reiseführer. Bis zu unserem ersten Halt ist Jutta unermüdlich um unsere Unterhaltung bemüht. Ein Dauerthema ist die endlich eingetretene Liberalisierung des Einflusses der katholischen Kirche.
Wir fahren durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Bilderbuchansichten irischer Landschaften. Unser erster Halt beinhaltet ein Irish –Coffee – Pause. Heißer Kaffee, Whiskey und ein Sahnehäufchen in einem Pub – Ambiente. Den meisten war das Getränk zu süß.

Irish CofeeSüßSchön

Cahergall

Mir ist er wohl nicht sehr gut bekommen, denn die nächsten kleinen Städtchen und Orte sind aus meinem Gedächtnis wie weggepustet. Erst als wir anhalten und einen rekonstruierten Ringwall, den ehemaligen Sitz einer keltischen Sippe, erklettern, werde ich munterer. Wir klettern nach oben und bevölkern die Burg, von der außer der Außenmauer und einigen Steinhaufen im Inneren nicht viel zu sehen ist. Dafür scheint es der geeignete Moment um das unvermeidliche Gruppenfoto zu machen. Einige Mutige stellen sich auf die gefährlich schmalen Trittstufen, die man frontal gesehen nicht von der Mauer unterscheiden kann, so dass es aussieht, als klebten die Menschen an den Steinen. Jutta bekommt ein Dutzend Kameras umgehängt und hat die verantwortungsvolle Aufgabe, auf jede die brav aufgestellte Schar zu bannen.
Der nächste Ort ist Waterville, ein Badeort an der Atlantikküste, wobei man allerdings erstaunlicherweise das Baden unterlassen soll, wie ein Schild verkündet. Wir laufen ein bisschen am Strand entlang und beschauen schmutzig – graue Wellen, die ledrige Tangbündel an den Strand werfen. So gesehen verstehe ich das Badeverbot, vielleicht ist es nur saisonal bedingt. In diesem Städtchen steht eine Charlie – Chaplin – Statue als Tramp, seiner berühmten Figur, die daran erinnert, dass er eine Zeit lang hier gewohnt hat.

Frau Shannon CahergallMeißen-Tourist

Tralee

Unser Bus klettert wieder Berghänge hinauf und hält bei „Lady view“, ein Aussichtspunkt auf eine romantische Tallandschaft. Dieses Interesse hat der Ort Königin Viktoria zu verdanken, die bei einer Reise nach Irland schon voller Entzücken dort gestanden haben soll. Unser Entzücken kann nur kurz dauern, denn es hat wieder angefangen zu regnen und auch mein Foto ist ziemlich diesig geblieben.
Bevor wir nach Tralee zurückfahren, machen wir Halt in Killarny, ein schönes Städtchen von 10 000 Einwohnern, das im Sommer 100 000 Menschen zu verkraften hat. Aber da es kalt und regnerisch bleibt, frequentieren wir die Geschäfte. Ich glaube, da habe ich in Anbetracht des Wetters die gestrickte Schaffelldecke gekauft, die ausgepackt, den Geruch einer ganzen Herde ausströmte. Aber sie hat hübsche Muster, an denen man früher beim Träger die Zugehörigkeit zu einem ganz bestimmten Clan erkennen konnte.
Am Abend ist noch ein Besuch in einem Pub angesagt, Wir sitzen ziemlich gedrängt und essen gut. Denjenigen, die in einem zweiten Raum platziert waren, soll das Guiness ausgegangen sein, was fast in das Reich der Legende zu gehören scheint.

Irisches EssenPubTralee


Unterrichtsmaterial




Werbung




Tagebücher




Niederlande




Irland




Frankreich




Balkan





Copyright © 2007 webprocom Webdesign